Donnerstag, 9. Dezember 2010

Neaera – Forging The Eclipse (2010)

Der fünfte Streich! Fleißig fleißig ...

Es ist nun schon 5 Jahren her, als ich mir ihr Debüt "The Rising Tide of Oblivion" (2005) gekauft und anschließend gefeiert habe. Inzwischen zählen die Burschen aus Nordrhein Westfahlen zu der deutschen Speerspitze des modernen Metal. Kontinuierlich veröffentlichten NEAERA hochwertiges Liedgut und sind nun schon bei ihrem 5ten (!) Langeisen angelangt.

Der eingeschlagene Weg des Vorgängers "Omnicide – Creation Unleashed" (2009) stieß ja, von Seiten der Fans, größtenteils auf wenig Gegenliebe. Wenige eingängige Melodien, ein rauhes Soundgewand, düstere Grundstimmung und sperrige Songstrukturen. Sowas war man von NEAERA zuvor selten gewöhnt. Umso spannender war es, in die neue Veröffentlichung reinzuhören.

Was sich groß verändert hat? Größtenteils orientiert sich "Forging The Eclipse" an den alten Alben. Hehe die bekannte Floskel "Das Album ist ein Querschnitt der bisherigen Werke!" trifft den Nagel ganz gut! Klingt abgedroschen, aber es ist tatsächlich so. Nach wie vor präsentiert uns die Band modernen Melodic Death mit gelegentlichen, wenn auch marginalen, Metalcore Elementen. Die übermäßig fette Produktion von "Armamentarium" (2007), die catchy Melodien von "The Rising Tide of Oblivion" (2005) und die düstere Atmosphäre von "Omnicide" (2009) ... es ist tatsächlich alles mit drin.

Es brauchte doch ein wenig, bis was hängen blieb, doch inzwischen hör ich die Platte immer lieber. Breakdowns und klarer Gesang sind zum Glück auch dieses mal nicht mit an Bord. Das Tempo und die Art der Riffs könnten jedoch unter den Songs mehr variieren, denn so erlebt man gegen Mitte der Platte das eine oder andere Mal ein Déjà-vu. Es wird auf Nummer sicher gegangen und Songs nach bekanntem Rezept rausgehauen. Leider haben sich auch ein paar Filler hineingeschlichen, die schlichtweg an einem vorbei rauschen. Es gibt allerdings auch wieder ein paar Perlen. Meine Highlights sind der Opener "Heaven's Descent", das eingängige "In Defiance", "Exaltation" (in dem eine dt. Zeile vorkommt... witzig) und "Sirens Of Black".

Das Artwork wäre sehr gelungen, wenn die dicke "Eclipse" Schrift nicht wäre. Aber dies zähle ich zur bekannten Geschmackssache. Die Produktion ist wie Anfangs erwähnt, wieder äußerst dick und druckvoll ausgefallen. Unser Däne Tue Madsen ist für den Mix verantwortlich und hat wiedermal ne heftige Soundwand mit Triggersounds geschaffen. Auch dies ist nicht jedermanns Geschmack, doch ich finde es passt schlichtweg zu NEAERA.

Fazit: Insgesamt eine ordentliche Platte, die die Fans sicher zufrieden stellen wird. Auf der nächsten Platte sollte sich die Band aber mal ein wenig entwickeln und neue Einflüsse in die Songs packen, sonst nutzt das Rezept irgendwann ab. Wie wir alles wissen ist Stillstand Tod.

So immerhin

7,5/10

sympathische Münsteraner!