Sonntag, 13. Juni 2010

God Dethroned - Passiondale (2009)

Der grantige Holländer

Die Melodic Deather aus den Niederlanden melden sich 2009 mit ihren achten Studioalbum zurück, welches auf den Namen „Passiondale“ hört. Schon fast 2 Jahrzehnte ist Bandkopf Henri Sattler nun schon mit GOD DETHRONED unterwegs und macht alle Jahre wieder mit qualitativ hochwertigen Outputs auf sich aufmerksam.

Mit dem Debüt, welches den wundervollen Titel „The Christhunt“ (1993) trägt, wurde der Grundstein gelegt. Das Potential der Niederländer war, aus ihrem flotten, aggresiven und gelegentlich auch mal melodischen Death Metal, durchaus erkennbar, doch ihre Musik wollte bei mir erst ab dem Album „The Grand Grimoire“ (1997) wirklich zünden. In den folgenden Jahren wurden fleissig Songs geschrieben. Der Melodieanteil wurde kontinuierlich erhöht, doch fand sich immer ein Fuß auf dem Gaspedal wieder. Der Gesang, der auch etlichen Black Metal Kapellen gut zu Gesicht stehen würde, ist wahrlich Geschmackssache. Er verleiht der Band reichlich oldschool Metal Charakter. Nach dem, meiner Meinung nach bisher besten, Album „Ravenous“ (2001) waren immer mehr Ausflüge in gedrosselte Bereiche zu erkennen. Dies gipfelte in dem Album „The Toxic Touch“ (2006), welches durchaus GOD DETHRONED typische Trademarks besitzt, sich jedoch des öfteren in Belanglosigkeit verliert.

Entgegen Teilen des Vorgängers, offenbart „Passiondale“ abermals die Stärken der Band und präsentiert sich um einiges flotter. Im Zeichen eines Konzeptalbums, beschäftigen sich die Texte mit dem ersten Weltkrieg. Schwerpunkt liegt auf dem belgischen Dorf Passchendaele, welches zu dieser Zeit heftig umkämpft war. Wems gefällt ...

Ein Instrumetal Intro mit fiesen Feuergefechten und japanischen (!) Sätzen eröffnet das Album. Merkwürdige Idee und wirklich eingestimmt werd ich dadurch auch nicht, aber nun ja. Das Intro geht direkt in „Under A Darkening Sky“ über. Der Opener war vorab bereits im Netz zu hören und klingt wahrlich äußerst Bandtypisch. Ohne große Umschweife schiesst er los, Henri schreddert und keift aus allen Rohren und ... haach herrlich ... es regiert der Blastbeat. In der Mitte wird die Bremse gezogen und der Refrain offenbart sich als eingängiger Bastard, welcher auch mit dezenten Synthies aufwartet. Genau solche Songs habe ich auf dem Vorgänger vermisst!

„No Man's Land“ scheppert gleich weiter und denkt überhaupt nicht daran, das vorgegebe Tempo lügen zu strafen. Der nächste Song „Poison Fog“ blastet ebenfalls munter drauf los. Im melodischen Chorus wird ein wenig gemäßigter musiziert und anschliessend folgt eine ordentliche Überraschung. Der nächste Part ist äußerst ruhig und obendrein mit sphärischen Klargesang unterlegt. Für diesen Job hat sich die Band einen Landsmann als Gastsänger an Bord geholt. Für meinen Geschmack zieht sich dieser Teil des Songs zu lange hin, doch passt der Gesang in den Song und weiss, gerade durch seinen extravagante Art, zu gefallen.


Als straighter Kickass Song kommt „Drowning In Mud“ daher. Ganz im Gegensatz zu dem folgenden Titeltrack, der den ersten Mid Tempo mimt. Er gewinnt jedoch im Laufe des Songs an Fahrt und besitzt einiges an Ohrwurmcharakter. „No Survivors“ brezelt einem aber wieder ziemlich stumpf und schnell entgegen. Huch und da schleicht sich doch glatt nochmal der, merkwürdig anmutene, Gesang von vorhin in die Gehörgänge. Dieses mal finde ich ihn jedoch wirklich gelungen, auch wenn der True Fraktion wohl eher die Ohren bluten werden. Emotional trifft es wohl schon ganz gut ...

Nach einem schleppenden Anfangspart, geht es treibend, jedoch größtenteils unspektakulär mit „Behind Enemie Lines“ weiter. Es folgt „Fallen Empires“ als groovende Walze, die schon ein wenig an die Schweden AMON AMARTH erinnert. Als Ausklinger wird noch ein schwermütiges Instrumental spendiert und so endet die Reise ins belgische Passchendaele.


Zugegeben, eine große Überraschung ist das Album wohl nicht, wenn man mehr als ein Album der Band kennt. Doch in Anbetracht dessen, dass die letzten Longplayer die Band von einer eher Mid Tempo lastigen Seite gezeigt haben, ist das Gebotene reichlich erfrischend. Das liegt wohl größtenteils an unserem Henri, der mal wieder auf den Putz hauen wollte. Ein weiterer Grund ist bestimmt auch der neue Drummer Roel Sanders. Dieser Bursche saß bereits zu „The Grand Grimoire“ (1997) und „Bloody Blashpemie“ (1999) Zeiten an den Kesseln und sorge für flotte Unterhaltung. Nebenbei angemerkt, scheint Henri nen ziemlich Stinkstiefel zu sein, denn nicht nur Roel Sanders befindet sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Band, sondern auch Gitarristin Susan Gerl hat sich inzwischen verabschiedet.

Fazit: Wieder mal ein grundsolides Album von GOD DETHRONED. Bandhits wie etwa „Villa Vampiria“, „The Warcult“ oder „The Lair Of The White Worm“ hat das Album zwar eher weniger zu bieten, doch dafür hält sich das Songniveau durchgehend hoch. Neueinsteigern würde ich jedoch eher „Ravenous“ (2001) oder „The Lair Of The White Worm“ (2004) in die Hand drücken. 7,5 von 10 Stinkstiefeln!

Anspieltipps: Under A Darkening Sky, Poison Fog, No Survivors, Fallen Empires

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